Marcellin Champagnat

(1789 – 1840)

„Jedes Mal, wenn ich einem Kind begegne, verspüre ich den Herzenswunsch, ihm zu sagen, wie sehr es von Gott geliebt wird.“

Biografie

Als Marcellin Champagnat am 18. April 1999 heilig gesprochen wurde, wurde ein Pionier der christlichen Erziehung auf die Ehre der Altäre erhoben und von der Kirche offiziell nicht nur den 4500 Maristenschulbrüdern, sondern auch ganz besonders allen in irgendeiner Form im Bereich der christlichen Erziehung rätigen als Vorbild hingestellt. Dieses Ereignis bedeutete auch eine gewaltige Herausforderung für alle in seinen Fußspuren Wandelnden, seien es Ordensbrüder oder Laien, mutig neue Wege in die Zukunft zu beschreiten, damit dieses von ihm geschaffene große Werk, verbreitet in 77 Ländern der Erde, in seinem Geist und mit seiner visionären Kraft weiterlebt und reiche Früchte für Kirche und Gesellschaft bringt. Marcellin wurde 1789 in dem Weiler Le Rosey, südwestlich von Lyon, geboren. Die Wogen der ausbrechenden Revolution schwappten hinein bis in die Familie Champagnat, da sein Vater als führender Kommunalbeamter im Dienst des neuen Regimes tätig war. Sein Weg zum Priestertum war zunächst äußerst schwierig, da er schmerzliche Erfahrungen mit dem damals sehr unzureichenden Schulwesen machte. Diese Erfahrungen waren es auch, die den Priesterkandidaten im Priesterseminar in Lyon, gepaart mit einem besonderen Gespür für die spezifischen pastoralen Nöte der nach revolutionärer Zeit und seiner besonderen katechetischen Begabung, veranlassten, ein besonderes Werk, das sich ganz der christlichen Erziehung der Jugend widmen sollte, zu gründen.

So legt er als junger Kaplan 1817 in einem kleinen Gebirgsdorf den Grundstein für die neue Gemeinschaft der „Brüder Mariens“. Schnell wird dieses Werk nach Überwindung einiger Rückschläge zu einem riesigen Erfolg. Die Zahl der Brüder steigt und steigt. Und dennoch kann Marcellin nur einem Teil der Anfragen nachkommen. Die Pfarrer zahlreicher Gemeinden bestürmen ihn mit dem Verlangen, seine Brüder in ihre Pfarreien

zu senden und Volksschulen zu übernehmen. Dies nämlich war das erklärte Ziel Marcellins: Er wollte mit seinen „Kleinen Brüdern Mariens“ nur auf dem Land tätig sein, um sich besonders den armen Kindern zu widmen, im Unterschied zu den schon lange tätigen Christlichen Schulbrüdern. Kennzeichen seiner Gemeinschaft sollten Marienverehrung, Einfachheit und Familiensinn sein. Aufgerieben von der unermüdlichen Tätigkeit als Seelsorger und Verwalter des rasch aufblühenden Werks starb er am 6. Juni

1840 im Alter von 51 Jahren in dem von ihm errichteten Mutterhaus L’Hermitage bei Saint-Chamond. Seine 248 Brüder waren damals schon in 48 Schulen tätig.*